
- Goethe-Institut wählte die beliebtesten Romane - Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de
Literaturfreunde aus insgesamt 57 Ländern beteiligten sich an einer Umfrage, die vom deutschen Goethe-Institut in Auftrag gegeben worden war. Die deutschen Wissenschaftler wollte durch diese Umfrage in Erfahrung bringen, welche Bücher von deutschen Schriftstellern die Leser in anderen Ländern begeistern, fesseln und unterhalten. Nach Abschluss dieser Umfrage hat das Goethe-Institut im August 2010 die Top Ten der beliebtesten deutschen Bücher im Ausland veröffentlicht.
Die beliebtesten deutschen Bücher im Ausland: Auf Platz eins landet „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende
Die phantasievolle Geschichte um den kleinen Bastian und seiner großen Reise nach Phantasien von Michael Ende begeistert nicht nur die deutschen Leser. Auch Literaturfreunde in anderen Ländern lieben dieses Phantasieabenteuer, in dem Bastian das Reich der Kindlichen Kaiserin vor dem Nichts retten muss und wählten es auf Platz eins. Dieses Buch wurde in insgesamt 40 Sprachen übersetzt und circa acht Millionen mal verkauft. "Die unendliche Geschichte" erschien erstmals im Jahr 1979.
„Der Vorleser“ von Bernhard Schlink landete in der Umfrage des Goethe-Instituts auf Platz zwei der beliebtesten deutschen Bücher im Ausland. Der Roman von Bernhard Schlink, der zuerst in den USA veröffentlicht wurde, beschäftigt sich intensiv mit der Judenvernichtung im Dritten Reich – auch aus rechtsphilosophischer Sicht und setzt sich dazu mit dem Generationenkonflikt im Deutschland der 50-ziger und 60-ziger Jahre auseinander. „Der Vorleser“ wurde in insgesamt 27 Sprachen übersetzt und prägte wesentlich das Bild von Deutschland im Ausland.
Die beliebtesten deutschen Bücher im Ausland: Auf Platz drei landet „Krabat“ von Otfried Preußler
Die Abenteuer eines Müllerburschen in dem Roman „Krabat“ von Otfried Preußler wurden von den internationalen Literaturfreunden auf Platz drei dieser Umfrage gewählt. Der Müllerjunge Krabat lernte während seiner Lehrzeit nicht nur das Müllerhandwerk, denn sein Meister war gleichzeitig ein Zauberer, aber durch die Kraft der Liebe kann sich Krabat aus den Fängen seines bösen Meisters befreien. Die Kinder- und Jugendbücher von Otfried Preußler liegen in rund 260 Übersetzungen vor und zählen zu den meistgespielten Stücken des zeitgenössischen Theaters.
Die „Buddenbrooks“ von Thomas Mann rangieren auf Platz vier der Umfrage des Goethe-Institus. "Mein in Deutschland populärstes Buch sind ja ohne Zweifel die Buddenbrooks, und es kann sein, daß in meinem eignen Lande mein Name immer vorzugsweise mit diesem Werk verbunden bleiben wird." (Thomas Mann an Bedrich Fucik, 15. April 1932). Doch dieser Roman um den Verfall der Familie Buddenbrook ist nicht nur in Deutschland populär. Auch im Ausland lieben viele Literaturfreunde diesen Roman des großen Thomas Mann.
Die beliebtesten deutschen Bücher im Ausland: „Das Parfüm“ von Patrick Süskind findet sich auf Platz fünf ein
Die Geschichte eines Mörders im Frankreich des 18. Jahrhunderts, die zugleich ein Sittengemälde der damaligen Zeit darstellt, war der Debütroman des Schriftstellers Patrick Süskind. Dieser typische Roman der Postmoderne erzielte in wenigen Jahren eine Auflage in Millionenhöhe und wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt.
Mit „Momo“ landet der zweite Roman von Michael Ende in den Top Ten der beliebtesten deutschen Bücher im Ausland. Die kleine Momo hat eine beeindruckende Gabe. Sie ist eine sehr gute Zuhörerin und hat immer Zeit. Als die grauen Männer erscheinen und den Menschen ihre kostbare Lebenszeit nehmen wollen, ist Momo die Einzige, die deren Treiben Einhalt gebieten kann. Dieser phantasievolle Roman schaffte es auf Platz sechs der Umfrage.
Die beliebtesten deutschen Bücher im Ausland: Johann Wolfgang Goethes „Faust“ schaffte es nur auf Platz sieben
Der Klassiker der deutschen Literatur – „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe genießt im Ausland nicht ganz den hervorragenden Ruf wie in Deutschland und landete in der Umfrage des Goethe-Instituts auf Platz sieben. „Die Wand“ von Marlen Haushofer schaffte es auf Platz acht, gefolgt von „Siddharta“ von Hermann Hesse. Die Kriegserlebnisse von Erich Maria Remarque, die er in seinem Roman „Im Westen nichts Neues“ verarbeitete“ rangieren in der Umfrage auf Platz zehn.
Ingesamt nahmen über 4.000 Literaturfreunde aus 57 Länder an der Umfrage des Goethe-Instituts teil. Die Umfrage war in einem Gewinnspiel eingebettet und die schönsten und originellsten Begründungen für die Wahl eines Romans wurden von den Kulturwissenschaftlern mit Preisen belohnt. "Wir wollen die Freude an der deutschen Sprache wieder mehr ins Bewusstsein rücken", sagte Projektleiter Rolf Peter vom Goethe-Institut gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur dpa.
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